Kratom: Ein Einblick in eine vielseitige Pflanze

Herkunft und Beschreibung:

Der Kratombaum (Mitragyna speciosa) ist ein tropischer Baum, der in Südostasien beheimatet ist und heute auch anderswo angebaut wird. In Thailand wird er Kratom genannt. Die Blätter dieses Baumes werden traditionell gekaut oder als Tee getrunken. Sie sind oval oder lanzettlich, dunkelgrün, und können bis zu 180 mm lang werden. Der Baum kann eine Höhe von 4 bis 16 Metern erreichen.

 

Die Ursprünge von Kratom: 

Ein Blick in die Antike Südostasiens

Die Geschichte von Kratom reicht tief in die antiken Kulturen Südostasiens zurück, wo diese Pflanze nicht nur als botanisches Phänomen, sondern auch als kulturelles Erbe betrachtet wurde. Die ersten bekannten Aufzeichnungen über die Verwendung von Kratom finden sich in den Ritualen der indigenen Völker, insbesondere in Thailand und Malaysia.

Thailand:

In Thailand, einem der Ursprungsländer von Kratom, gibt es archäologische Hinweise darauf, dass die Einheimischen die Blätter der Kratom-Pflanze bereits vor mehreren Jahrhunderten kultivierten und nutzten. Die Verwendung von Kratom war in verschiedenen Gesellschaftsschichten verbreitet, von Bauern bis zu königlichen Höfen. Historische Texte deuten darauf hin, dass Kratom nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Heilpflanze geschätzt wurde. Die Einwohner Thailands haben Kratom traditionell bei verschiedenen Anlässen konsumiert, sei es als Teil von Zeremonien oder als täglicher Begleiter.

Malaysia:

Auch in Malaysia wurde Kratom von indigenen Völkern entdeckt und genutzt. In einigen Gemeinschaften galt Kratom als Symbol für Fruchtbarkeit und spirituelle Reinigung. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Kratom in Malaysia datieren auf das 19. Jahrhundert, als Botaniker begannen, die einheimische Flora zu dokumentieren. Zu dieser Zeit wurde Kratom bereits als fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens in der Region wahrgenommen.

Indonesien und Papua-Neuguinea:

Die Verwendung von Kratom breitete sich auch auf andere Länder der Region aus, darunter Indonesien und Papua-Neuguinea. Hier wurde Kratom oft in Verbindung mit religiösen Zeremonien verwendet und als Mittel, um spirituelle Erleuchtung zu fördern, geschätzt.

Kulturelle Bedeutung

Die ersten bekannten schriftlichen Aufzeichnungen über Kratom stammen aus alten Manuskripten und botanischen Abhandlungen, die die kulturelle und religiöse Bedeutung der Pflanze hervorheben. Diese Aufzeichnungen dienen als Fenster in eine Zeit, in der Kratom nicht nur als pflanzliches Produkt, sondern als integraler Bestandteil des kulturellen Erbes betrachtet wurde.

Die Geschichte von Kratom ist somit eng mit den Ursprungsländern verbunden, in denen die Pflanze seit Jahrhunderten tief verwurzelt ist und eine bedeutende Rolle in den Lebensgewohnheiten und kulturellen Praktiken der indigenen Bevölkerung spielt.

Chemische Zusammensetzung:

Die wichtigsten psychoaktiven Bestandteile der Blätter sind Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin. Mitragynin, das reichlich in den Blättern vorhanden ist, hat eine komplexe Molekülstruktur (C23H30N2O4). Dieses Alkaloid hat stimulierende Wirkungen in niedrigen Dosen und sedierende Wirkungen in höheren Dosen. 7-Hydroxymitragynin, in geringen Mengen vorhanden, wirkt als Agonist am µ-Opioidrezeptor und hat starke analgetische Wirkungen.

 

Physische Form und traditionelle Verwendung:

Die Blätter des Kratombaums sind in verschiedenen Formen erhältlich, von zerkleinert bis pulverisiert. Die Anwendung variiert von traditionellem Kauen bis hin zur Zubereitung von Tee. In Thailand werden auch eiskalte Cocktails mit Kratomblättern, koffeinhaltigen Getränken und Hustensirup konsumiert.

Pharmakologie und Wirkungen:

Die pharmakologische Bewertung von Kratom gestaltet sich aufgrund der Vielzahl der enthaltenen phytochemischen Substanzen schwierig. Die Wirkungen sind dosisabhängig, wobei niedrige Dosen stimulierende Effekte zeigen, während höhere Dosen zu sedierenden Zuständen führen. Konsumenten berichten von gesteigerter Aufmerksamkeit, Euphorie und verbessertem Arbeitsvermögen.

Nebenwirkungen und Abhängigkeit:

Regelmäßiger Konsum kann zu Abhängigkeit führen. Die Entzugssymptome sind vergleichsweise leicht und dauern in der Regel etwa eine Woche an. Nebenwirkungen können Gewichtsverlust, Müdigkeit und Verdauungsprobleme umfassen. Es wurde auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berichtet.

Rechtsstatus und Medizinische Anwendung:

In einigen Ländern, darunter EU-Mitgliedsstaaten, unterliegt Kratom bestimmten Kontrollen. In traditionellen Gesellschaften wird Kratom als Mittel gegen Durchfall, zur Unterdrückung von Husten und als Wundwickel verwendet. In anderen Regionen gibt es einzelne Berichte über den Einsatz von Kratom zur Selbstbehandlung von chronischen Schmerzen und Opioid-Entzugssymptomen. Bisher sind weder Mitragyna speciosa noch Mitragynin oder andere Alkaloide der Pflanze in internationalen Drogenübereinkommen aufgeführt. Dennoch unterliegt Kratom in einigen EU-Ländern und anderen Staaten bestimmten Kontrollen.

 

Kratom ist zusammengefasst eine vielseitige als auch umstrittene Pflanze, die in verschiedenen Kulturen für unterschiedliche Zwecke genutzt wird. Während es positive Wirkungen wie stimulierende und analgetische Eigenschaften haben kann, sollte sein Gebrauch aufgrund möglicher Abhängigkeit und Wechselwirkungen mit Vorsicht betrachtet werden. 

Wir raten generell vom Verzehr von Kratom ab!